Er war das Sprachrohr der Pfälzer Mundart:  
  Schauspieler Günther Baacke starb mit 78 Jahren  
 
 
 
   
  Günther Baacke und Elsbeth Janda 2004
Foto Grabenkamp
 
 
         
 
 
(gra). Er war vor 78 Jahren auf dem Paulusberg geboren, ein echter Feudenheimer und Liebhaber alles Pfälzischen: Günther Baacke, Interpret der Pfälzer Mundart.
Er starb Ende Februar dieses Jahres, tief betrauert von seinen Freunden und Verehrern seiner unvergleichlichen Talente. Er brachte die Pfälzer Mundart zum Leben. Mit größter Sprachdisziplin und Mimik und widmete er sich fast vergessenen Pälzer Dichtern wie Hanns Glückstein, brachte ihn in Lesungen ebenso auf die Bühne wie Paul Tremmel, Lina Sommer, Schmitte Franz, Paul Münch, Jacob Frank und Arno Reinfank, hatte aber auch Hochdeutsches im Repertoire wie Busch, Roth und Kästner.

Mit seinen Talenten fesselte er in Hörspielen des SWR und entzückte stets die Besucher der Kulturabende von „Linde Buch & Kunst“. Ein echter Komödiant: Baacke war zunächst Puppenspieler, dann Leiter der Mannheimer Puppenbühne und von 1976 – 1990 Statistenführer am Nationaltheater.

Zurückgezogen lebte er in seinem uralten Häuschen auf dem Mannheimer Paulusberg als direkter Nachbar und Freund des Helmuth und Lotte Linde. Sein Häuschen war angefüllt mit Antiquitäten besonderer Art, liebevoll zusammengetragen um ideeller Werte willen, uraltes Pfälzer Kinderspielzeug, Puppen, gestickte Wäsche und intarsierte Möbel. - Das Feudenheimer Kulturleben ist mit dem Tode Günther Baackes ärmer geworden.

Unser Foto zeigt ihn mit seiner Freundin, der unvergessenen Elsbeth Janda, bei der Linde-Gala anlässlich Jandas 80. Geburtstag. Hier trug Baacke als festlichen Beitrag aus der „Pälzer Weltgeschichte“ das Mundartgedicht „Der Lindwurm“ vor.

Lydia Grabenkamp