Fachtagung „Frauen im Sport“  
  Auf der Suche nach Perspektiven  
 
 
 
  Hausherr Peter Schill begrüßte zur Fachtagung „Frauen im Sport“ in der MARUBA
Foto Jakobi
 
 
         
 
 
Wie sieht sie aus, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, in Vereinen und besonders in Sportvereinen. Hat sich da in den letzten Jahren etwas Grundsätzliches geändert, sind die Perspektiven für Frauen anders geworden?
Mit diesem Seminar richtete sich der Sportkreis Mannheim ganz gezielt an die Frauen, die in Sportvereinen engagiert sind, an die Frauen die Sport treiben. Man richtete die Einladung auch an Männer, die sich mit dem Thema auseinander gesetzt haben und für eine Gleichstellung der beiden Geschlechter auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens sind. Und so konnte Barbara Theis, Frauenvertreterin im Mannheimer Sportkreis, nicht nur Bürgermeisterin Gabriele Warminski-Leitheußer, Stadträtin Gabriele Thirion-Brenneisen, Gerda Brand (FB Sport und Freizeit), Gudrun Egle (Badischer Sportbund) begrüßen, gekommen waren auch Sportkreis-Vorsitzender Michael Scheidel, Prof. Richard Möll, Martin Willig und natürlich interessierte Frauen und Männer.
Begrüßt vom „Hausherrn“ Peter Schill, Vorsitzender der Rudergesellschaft Baden, gab es gleich einen kurzen geschichtlichen Rückblick. Denn 1901 wurde der erste Ruderverein für Frauen gegründet, damals natürlich noch in unpraktischen langen Röcken oder der neuen Kleiderordnung 1911, oder dann 1920, als die Damen dann endlich mit Beinkleidern ihren Sport ausüben durften.
Bürgermeisterin Warminski-Leitheußer fand das eben Gehörte zwar lustig, aber „die Frauen, die zu dieser Zeit Sport treiben wollten, sicherlich nicht“ und eigentlich hätte man das eben Gehörte ja auch unter dem Thema „Wie hält man Frauen von etwas fern“ laufen lassen können. Gottseidank könnten Frauen heute grundsätzlich jeden Sport ausüben. Doch muss man sich eben eher die Frage stellen, wie Frauen im Sport wahrgenommen werden.
Ein Beispiel von vielen sei da die Damen-Fußball-National-Mannschaft. Die Damen haben Weltmeister und Europatitel, sind erfolgreiche Sportlerinnen, doch wie ernst werden sie wirklich genommen. Und wie sieht es nun beim Breitensport aus. Auch hier sind die Frauen sehr aktiv, doch meistens im organisatorischen Bereich.
Besonders schmerzlich vermisst werden die Frauen zwischen 27 und 40 Jahren. Diese Altersgruppe muss man zurück holen. Ein weiterer Aspekt sind die Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund, was hindert sie an der Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen an Übungsstunden.
Vor den Workshops gab es interessante und informative Referate. Den „Demographischen Wandel“ beleuchtete Anette Busch. Mit dem „Migrationshintergrund“ der Frauen am Beispiel Stuttgart befasste sich Dominik Hermet. Die „Gleichstellung im Training“ hatte Barbara Theis zum Thema gemacht.
In drei Workshops zu den gehörten Referaten wurde mit großer Anteilnahme diskutiert. Die Ergebnisrunde präsentierte dann am Ende des Nachmittags Gerda Brand mit den Gesprächspartnern Gabriele Thirion - Brenneisen und Stefan Zyprian. Ein durchaus positives Resümee zog die Mannheimer Stadträtin „Diese Veranstaltung war für mich ein guter Anfang.“ doch regte sie auch gleich an, dass man im Mannheimer Sport mehr den Focus auf Frauen lenken sollte.
„Vielleicht sollten sich 'nur' Frauen in Arbeitskreisen/Workshops sporadisch treffen und dabei überlegen wie wir das Thema Frauen im Sport, in Mannheim, besser befördert werden kann.“
Themen für weitere Treffen gäbe es da sicherlich genug, denn das Thema Geschlechtergerechtigkeit bei Vergabe von Geldern - der größte Teil von Geldern geht in Sportanlagen, die von Männern besucht werden, (Berlin Gender Budgeting), oder man könnte sich natürlich auch mit der Frage beschäftigen „Wie können Sportanlagen familienfreundlich sein/werden?“.
Oder wie wäre es mit Mentorinnenprogrammen. Doch ein Anfang ist gemacht und das das Interesse auf beiden Seiten besteht, das zeigten die Interessierten Frauen und Männer , die sich an diesem Samstag nun sehr eingehend mit dem Thema „Frauen im Sport“ beschäftigt haben.

obi
SPORTKREIS MANNHEIM e.V.