Was wird aus dem Wallstadter Jugendtreff ?  
  Bezirksbeiräte sind geschockt von der Entwicklung  
 
 
 
   
  Jugendtreff Pumphaus?
Foto Jakobi
 
 
         
 
 
Nach langer Diskussion und zähem Ringen zwischen Stadt, Bezirksbeirat und Bürgerschaft wurde der jetzige Standort am Pumphaus einvernehmlich beschlossen. Umso ärgerlicher, dass durch eine Schlamperei der Verwaltung die Anhörung der Nachbarn nicht erfolgt und jetzt das ganze Projekt wieder in Gefahr ist.
„Schade ist das insbesondere, da alle sich einig sind“ erklärt uns Stadträtin Dr. Birgit Reinemund von der FDP: 'Es muss mehr für unsere Jugend getan werden!, die jeweiligen Anwohner an allen geprüften Standorten jedoch schränken ein: bitte nicht in meinem direkten Umfeld'. „Von der Wucht der Ablehnung auf Seiten der Anwohnerschaft waren wir Bezirksbeiräte völlig überrascht“. Die Sprecherin der SPD Bezirksbeiräte, Dr. Claudia Schöning-Kalender, ist nach der gemeinsamen Sitzung von Verwaltung, Bezirksbeiräten und Anwohnerschaft noch immer fassungslos und sucht doch zugleich nach einer Lösung aus dieser schwierigen Situation.
„Für die totale Ablehnung des Jugendtreffs an diesem Standort durch einen Teil der Anwohnerschaft fehlt mir jedes Verständnis, aber wir haben es zu respektieren und nach Wegen der Verständigung zu suchen“. „Der Stadtverwaltung sind erhebliche Versäumnisse vorzuwerfen. Die Leidtragenden sind letztlich wieder die Jugendlichen und die Steuerzahler“ kommentiert Christian Rückold, Pressesprecher der CDU Wallstadt die aktuellen Geschehnisse bezüglich des Jugendtreffs in Wallstadt.
Die Stadtverwaltung hatte nachweislich versäumt vor Rodungsbeginn der Grünfläche, auf der der Jugendtreff entstehen soll, sich das Einverständnis der Anwohnerschaft einzuholen. Liegt auch nur eine Gegenstimme vor, so erteilt das Regierungspräsidium in Karlsruhe keine Genehmigung für den Bau.
Tatsächlich haben der Leiter der Jugendförderung, Klemens Hotz, und Gerda Merkel, die das Jugendhaus Vogelstang leitet, schon sehr frühzeitig die Jugendlichen in Wallstadt einbezogen, berichtete uns Dr. Claudia Schöning-Kalender über die Vorgehensweise des Fachbereichs .Ebenso hatte man die die Anwohnerschaft in der Buchener, Mosbacher und Amorbacher Straße angesprochen und zu Gesprächen eingeladen, nachdem das Pumpwerk als der favorisierte und wohl einzig mögliche Standort im Ort feststand. Die Pläne für das Projekt wurden vorgelegt, Anregungen wurden eingebracht und Veränderungswünsche wurden in den Entwurf eingearbeitet. Es fand also frühzeitig, seriös und kontinuierlich eine Beteiligung der Anwohnerschaft statt.
An diesem Prozess waren die Bezirksbeiräte allerdings nicht beteiligt, so dass sie über die tatsächliche Haltung der Anwohnerschaft nicht informiert waren und darum auch entsetzt reagierten als nun das Ergebnis mitgeteilt wurde. Wolfgang Wernet will nun vermittelnd in die Zukunft blicken: „Wir müssen nun versuchen, die Anwohner an einen Tisch zu bekommen, um einen Kompromiss zu finden. Die Jugendlichen sind schließlich auch ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, der keinesfalls vernachlässigt werden darf.“ Das Ausweichen auf den benachbarten Parkplatz ist eine Notlösung, aber eine kurzfristig umsetzbare. Die Standortdiskussion jetzt von vorne anzufangen, würde den Bau des Jugendtreffs auf unbestimmte Zeit hinauszögern, so die für Wallstadt zuständige FDP Stadträtin Dr. Birgit Reinemund.
Den Alternativvorschlag aus der Verwaltung, in zehn Meter Entfernung auf dem Parkplatz zu bauen, sehen die SPD-Bezirksbeiräte mit großer Skepsis: „Wenn ihr uns dort nicht bauen lasst, wo wir eure Einwilligung brauchen, dann bauen wir eben dort, wo wir sie nicht brauchen“. Diese Botschaft an die Anwohnerschaft, so die Sprecherin der SPD Bezirksbeiräte, wahrt nicht einmal mehr den Anschein der Beteiligung, davon abgesehen werden die Beeinträchtigungen eher stärker, der hervorragende Projektentwurf verliert seinen Charme und es wird auf jeden Fall teurer.
Auch wenn inzwischen die ausgeschriebene Stelle für den Jugendtreff besetzt wurde, Klemens Hotz teilte dies unserer Zeitung mit, steht der Baubeginn wohl noch in weiter Ferne und die Arbeit aller Bezirksbeiräte geht weiter. Viele Wogen müssen erst einmal geglättet, Gespräche mit den Anwohnern geführt werden. Ein hartes Stück Arbeit liegt hier vor allen Vertretern des Wallstadter Bezirksbeirates, denn die Akzeptanz der Anwohner gegenüber eines Jugendtreffs ist nun einmal wichtig, denn Wallstadt braucht einen Jugendtreff und das möglichst bald.

obi