11 x 11 Jahre Fasnachts-Virus rund um den „LALLEHAAG“  
  – Feudenheimer Fasnachtsgesellschaft vor 121 Jahren gegründet  
 
 
 
   
  Claudia III vom Lallehaag regierte gemeinsam mit Gerd I. die Mannheimer Fasnachter im Jahr 2005
Foto Jakobi
 
 
         
 
 
Seit dem 11.11. um 11 Uhr 11 haben sich wieder viele Menschen mit einem besonderen Virus infiziert – dem Fasnachts-Virus. In Feudenheim gibt es diese seltsame Krankheit schon seit genau 11 x 11 Jahren. Vor genau 121 Jahren wurde die Karneval Gesellschaft Lallehaag gegründet. Von den Kriegsjahren abgesehen sorgte die KG Lallehaag Jahr für Jahr, und nicht nur in der 5. Jahreszeit, für Frohsinn und gute Laune. Und das ist bis heute so geblieben. Auch in der jetzigen Zeit, in der das Freizeitangebot so groß ist wie nie zuvor, werden die Veranstaltungen der Fasnachter gerne besucht und den Aktiven macht es Spaß, die Gäste aus Nah und Fern zu unterhalten. Viele Talente gingen aus den eigenen Reihen hervor. Mit Recht kann man stolz darauf sein, denn die meisten Bühnen-Darbietungen werden durch Aktive des Lallehaag präsentiert und vom Publikum begeistert aufgenommen. Inzwischen gibt es viele Fans des Showteams, der Suleiman und der Garden. Viel Arbeit stecken Aktive und Freunde in die Auftritte und die Vorbereitung auf die Kampagne, nicht weniger arbeitsintensiv sind die Dienste der vielen Helfer hinter den Kulissen, der Bühne, der Küche, am Tresen und der Garderobe. Alle Mitwirkenden sind mit viel Freude dabei, die so ansteckend ist, dass nun auch die Allerkleinsten vom Fasnachts-Virus gepackt wurden und in der neuen Lallehaag-Wichtelgarde tanzen. Ein weiterer Programmpunkt aus den eigenen Reihen, auf den schon alle sehr gespannt sind.
Begonnen hat alles vor 121 Jahren im Gasthaus „Zum Ochsen“, in der damals noch eigenständigen Gemeinde Feudenheim gründeten Wilhelm und Martin Schertel, Peter Krämer und Georg Wolf die Karnevalsgesellschaft „HEITERKEIT“. Im „Schwanen“, der zur Feudenheimer Narrhalla wurde, hielt man närrische Sitzungen ab, heimische, lustige Begebenheiten gab man zum Besten, die man auch beim alljährlich stattfindenden Fasnachtszug drastisch zur Darstellung brachte. Unter der Herrschaft eines Prinzenpaares wurde der Till zur Symbolfigur der Feudenheimer Narren. Mitgliedsbeiträge kannte man damals noch nicht, Mitglied war jeder, der mitmachte. Im Jahre 1938 feierte man das 50-jährige Jubiläum, und der Fasnachtszug umfasste bereits 33 Zugnummern. Der Mitgliedsbeitrag inkl. Aufnahmegebühr belief sich auf DM 2,50. Während des 2.Weltkrieges hatten die Feudenheimer Narren wichtigere Probleme als die Fasnacht.

Mit neuem Namen an alte Traditionen angeknüpft
Nach Ende des Krieges erinnerte man sich an das fasnachtliche Brauchtum und ließ die „HEITERKEIT“ wieder aufleben. Wilhelm Kessler, Hermann Flinsbach, Erich Riemen und Ludwig Wühler waren sich jedoch einig, dass man einen neuen Namen wählen sollte, der eng mit Feudenheim verknüpft sein sollte. Man entschied sich für den Namen „LALLEHAAG“. Für „Nicht- Feudenheimer“ heißt das übersetzt „Lattenzaun“. Einen solchen Lattenzaun hatten die Einheimischen nicht nur um ihre Vorgärten gebaut, um ganz Feudenheim herum stand ein „Lallehaag“. Und so kam es 1956 zur Neugründung im Gasthaus „Zum Schwanen“ der gleichzeitig alte und auch neue Narrhalle des Vereins war. Das fasnachtliche Brauchtum wurde in den nächsten Jahrzehnten beim „LALLEHAAG“ sehr gepflegt und die Feudenheimer Fasnachter waren aber immer wieder für so manche Überraschung gut. Nicht nur die Gründung eines Damenelferrates im Jahres 1976 war ein Novum, nein, man setzte im Jahr 1991 noch einen drauf und wählte Ilona Kugler zur 1. weiblichen Vorsitzenden eines Mannheimer Karnevalsvereins. Doch das alleine reichte ja nicht aus, ihr zur Seite stand mit Jutta Jöhl auch der erste weibliche „Vize“, also Frauenpower auf der ganzen Linie. Im Jahr 1999 gab Ilona Kugler ihr Amt an den heutigen Ehrenpräsidenten Hans-Georg Schubert ab, Ihm folgte Rolf Mail als Präsident, der in diesem Jahr sein Amt an Werner Barth übergeben hat.

Königliche Hoheiten setzten immer Glanzpunkte
Schon immer war es etwas ganz besonderes, wenn ein Verein einen Prinzen, ein Prinzenpaar stellte. Ob als Vereinsprinzessin oder als Repräsentantin der Stadt Mannheim, alle haben mit Charme regiert. Die erste fasnachtliche Hoheit war keine Lieblichkeit, es war ein Prinz, im Jahr 1911 regierte Eugen Kessler als Feudenheimer Prinz. Die erste Vereinsprinzessin war 1935 Emmy I (Emmy Schubert) Ihr folgten 1936 das Prinzenpaar Prinz Karl Montag und Prinzessin Gerda Schaaf, sowie im Jahr 1939 Prinz Roland von Lippstätten und Prinzessin Elfriede von Ehlien. Erst im Jahr 1956 Proklamierte man bei der Neugründungsprunksitzung Prinzessin Doris I. von Tortonien. Im Jahr 1957 kürte der Lallehaag wieder eine Prinzessinn, Georgina I. aus dem Hause derer von Gips. Mannheims Presse bezeichnete die Lallehaag Lieblichkeit damals als „illegitime“, da Mannheim schon eine Prinzessin gewählt hatte. Schon im Jahr 1958 stellten die Feudenheimer Fasnachter die erste „legitime“ Stadtprinzessin, Helga I. von Carrara. Ihr folgten 1960 Hildegard I. vom Narrenhaag (1960), Heide I. von Orientalien (1962), Ruth I. vom Lallehaag (1964) Maria I. von Thalia (1968), Kirsten I. vom Lallepfaadt (1981), Petra II. vom heiteren Haag (1987), Tina II aus dem Hause der Mannheimer Versicherung und im Jahr 2005 Claudia III. vom Lallehaag.

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