Vom Kosmos zum Urknall  
  Hans-Peter Schwöbel Essays: „Kinder des Wortes“  
 
 
 
   
  Hans-Peter Schwöbel
Foto Grabenkamp
 
 
         
 
 
gra. Wir kennen ihn als der Sprachkünstler, geliebt und inspiriert von der Muse mit der scharfen Zunge: Hans-Peter Schwöbel. Der Kabarettist und Autor tritt nicht an, nur um die Leute zu amüsieren – er macht aufmerksam auf falsche Denkmuster, Nachlässigkeit im menschlichen Miteinander, Bosheiten und Schlimmeres. Er regt zu befreiendem Gelächter an, sucht mit menschlicher Wärme den Augenkontakt und belohnt bei seinen Auftritten aufmerksame Zuhörer mit einem Bonbon. Viel wirkungsvoller belohnt er sie jedoch mit der Quintessenz aus seinen Gedankenketten, in deren Kosmos er eintaucht, bis er an den Urknall, das Wesentliche, gerät. Das ist zumeist nicht so süß auf der Zunge, soll aber weiter in die Denkfabriken hinein schlüpfen und dort schöpferisch arbeiten an der Verbesserung dieser Welt. Das will er seinen Hörern und seinen Lesern vermitteln. So in seinem gerade erschienenen Buch „Kinder des Wortes“, das in zahlreichen Essays mit geschliffenen Worten Denkanstöße gibt.

Mit allen Sinnen geht Schwöbel durch den Kosmos, nimmt nichts für gegeben – und nimmt darum Stellung. So sind diese Essays in gewissem Sinne als Anleitung für menschenwürdiges Verhalten zu betrachten. Überaus vielfältig sind die Themen, die er anschneidet, überraschend die Lösungen, die er anbietet. Und bei aller Vielfalt des Geschriebenen, des Gesagten, ist nichts Schillerndes. Erst recht nichts Hohles, nichts bleibt an der Oberfläche. Sondern Appelle an tieferes Nachdenken, an die Vernunft zeigen uns, dass Umkehr vom Fremdenhass, vom reinen Materialismus, von der Wegwerf- und Konsumgesellschaft nicht nur wünschenswert, sondern dringend notwendig sind.

Diese Umkehr sei aber keine in die Kargheit und ins Freudlose. Schwöbel öffnet uns die Augen für die Schönheit der Künste, der Sprache, des Dialekts, der Verschiedenheit und Würde der Menschen und des göttlichen Wesens der Tiere und Pflanzen. Welchem Thema sich auch das jeweilige Essay widmet – es atmet den tiefen Respekt, den der Mensch Hans-Peter Schwöbel der Schöpfung entgegenbringt. Es kann ein Leitfaden sein im Gewirr der Meinungsmache.


Lydia Grabenkamp

Hans-Peter Schwöbel „Kinder des Wortes“
ISBN 978-3-925897-07-8 € 15.- Paperback 231 S.
oder direkt beim
Feuerbaum-Verlag, Gertrud Schwöbel, Verkehrs-Nr. 94814
Seckacher Str.68 D-68259 Mannheim