Straßenheimer Magdalenen Kapelle bedarf besonderer Pflege  
  Vororttermin mit Diakon Kohl und MdB Lothar Mark  
 
 
 
  MdB Lothar Mark und Diakon Bernhard Kohl trafen sich zu einem Vororttermin in Straßenheim
Foto Jakobi
 
 
         
 
 
Überrascht war Lothar Mark schon im Jahr 2003, als er im Rahmen eines Kulturspazierganges auf dem historischen Fensterrahmen der ältesten Mannheimer Kapelle den Blitzableiter im steinernen gotischen Sandstein-Fensterrahmen entdeckte. „Für eine Kapelle, die im Jahr 2000 ins Denkmalbuch eingetragen wurde, ein Frevel“ ärgerte sich Mark damals schon. Doch auch heute ist der Zustand der Kapelle und des Friedhofes nicht besser.

Für den Diakon der katholischen Christ-König Gemeinde, Bernhard Kohl war es jetzt an der Zeit zu handeln, denn diese kleine Kirche liegt im sehr am Herzen. Und so lud er den Bundestagsabgeordneten zu einem „Vorort“-Termin nach Straßenheim ein.

Während des gemeinsamen Rundgangs auf dem zur Kapelle gehörenden Friedhofs fiel gleich der Zustand der Grabstätten auf „Es ist sehr bedauerlich, dass solch ein historisch bedeutsamer Friedhof , der doch nach Möglichkeit als ein Ort des Gedenkens, der Einkehr und der Trauer gehütet werden soll, in einem solch desolaten Zustand ist“. Um die Grabdenkmäler nach Kräften zu schützen, böte sich eventuell die Zusammenarbeit mit den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen an, schreibt Mark nun in einem Brief an Dr. Monika Ryll vom Fachbereich Baurecht und Umweltschutz, und bittet sie, die Grabstätten zu schützen, damit die Verstorbenen, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, nicht namenlos werden. Einen weiteren Brief richtete er an die Vermögen- und Bau Baden–Württemberg in Mannheim. „Die Magdalenen Kapelle ist die älteste Kapelle Mannheims und eines der ältesten Gebäude in Mannheim, sie bedarf daher einer besonderen Pflege“. Erfreulich sei in dieser Hinsicht, dass der Innenbereich des als „besonderes Kulturdenkmal“ eingestuften Sakralbaus vor kurzer Zeit restauriert wurde. Im Innern der Kapelle befinden sich trotzdem nun an den Decken und Wänden neue Risse und schadhafte Stellen. Es ist nicht klar, ob diese Risse an den Fensterstürzen und an der Decke ein statisches Problem sind. Auch die Frage, ob die Risse von den diversen Kanal- und Rohrverlegungsarbeiten entstanden, die für die Bebauung in nächster Nähe der Kapelle getätigt wurden, könnte eigentlich nur ein Fachmann beantworten. Mark ist der Auffassung, dass die Restaurierung dieses außergewöhnlichen Denkmals in Baden-Württemberg unter das „Sonderprogramm Denkmalschutz“ des Bundes fallen könnte. Für die Teilnahme an dem Bewertungsverfahren sind die Länder antragsberechtigt. Dazu müsste natürlich ein neuerlicher Sanierungsbedarf geprüft werden und gegebenenfalls ein entsprechender Antrag gestellt werden.

Es wäre schlichtweg eine Schande, wenn die Magdalenen Kapelle in einen unfreiwilligen Dornröschenschlaf versetzt würde und dieses Kleinod langsam zu einer Ruine werden würde. Denn noch immer finden hier regelmäßig Konzerte statt, wie mit dem „Tannenhof-Ensemble“, auch Hochzeiten und Taufen, im kleinen Rahmen, sowie Gottesdienste an hohen christlichen Feiertagen finden hier immer noch statt. Schön, dass auch auf dem Neujahrsempfang in Wallstadt Stadträtin Evelyne Gottselig ihre Stadtratskollegen auf dieses Kleinod aufmerksam machte und seine Bewahrung ans Herz legte.

obi