Weihnachtsmatinée im Jubiläumsjahr  
  Kultureller Hochgenuss im Wallstadter Trausaal  
 
 
 
  Harmonisches Aufeinandertreffen im Trausaal des Wallstadter Rathauses mit v.l. Sabine Cwieczek (Querflöte) Rosvita Spodeck-Walter (Poesie) und Hartmut und Waltraud Gossel mit ihren Werken
Foto Jakobi
 
 
         
 
 
Was geschieht, wenn Bilder, Skulpturen, Musik und Poesie auf einander treffen? Meistens nicht viel, eine schöne Veranstaltung erlebt man - vielleicht. Doch wenn Waltraud Gossel (Bilder), Hartmut Gossel (Skulpturen), Sabine Cwieczek (Musik) und Rosvita Spodeck-Walter (Poesie) im Trausaal des Wallstadter Rathauses zusammenkommen, dann liegt etwas Magisches in der Luft.
Diesen magischen Moment erlebten viele mit, die auch bei der ersten Matinée vor zehn Jahren mit dabei waren.
Ein kleiner Rückblick musste sein, denn Manuela Müller vom „KiR-Team“ war auch schon bei den ersten Treffen der „Aktion Rathaus“ mit dabei. Mit dabei war auch Bürgerdienstleiterin Patricia Munterde, die diese Aufgabe von ihrem Vorgänger im Rathaus, Klaus Kispert, übernommen hatte. Gemeinsam mit Wallstadter Bürgerinnen und Bürgern, Handwerkern aus dem Maurerdorf renovierte man den Trausaal. Und damit der neue Glanz auch erhalten bleibt, wollte man etwas Besonderes machen. Und so hatte Manuela Müller die Idee, Kultur ins Spiel zu bringen.
Unterstützung fand sie dabei in Patricia Munterde und bei Waltraud Gossel und Hans-Peter Schwöbel. Und dass die Idee, hier in den Trausaal zu besonderen kleinen und manchmal, wie bei der Weihnachtsmatinée auch zu großen und großartigen Events einzuladen, erfolgreich ist „das bestätigt uns und macht auch Mut, weiter zu machen“ versprechen Manuela Müller und Patricia Munterde.
Außergewöhnliches gab es auch im Vorfeld der Veranstaltung. „Wir hatten noch nie eine Generalprobe“, so Manuela Müller, doch auch diese , zur Feinabstimmung von Musik und Poesie, sei ungewöhnlich gewesen.
Die Einführung übernahm an diesem Morgen eine Kunsthistorikerin, die das Künstlerehepaar Gossel sehr gut kennt, die gemeinsame Tochter Sirit Gossel. Sie hat natürlich eine besondere Beziehung zu den Werken ihrer Eltern, und doch ist sie ganz Fachfrau. „Es lohnt sich, für uns als Betrachter, die Bilder in Ruhe anzusehen“. Die Farben in ihren Bildern, so Sirit Gossel weiter, seien spürbar. Neu in den Werken von Waltraud Gossel sei das Element „Mensch“. Mit diesem Phänomen „Mensch“, und hier besonders mit der menschlichen Figur beschäftigt sich Hartmut Gossel bei seinen Skulpturen. Ob nun in Holz , Edelstahlblech, Stahldraht oder Plexiglas „die Haltung seiner Objekte ist nicht statisch, sie sind immer in Bewegung und strahlen doch Ruhe aus“. Und so gibt es bei beiden, den unglaublich intensiven Bildern von Waltraud Gossel und den eindrucksvollen Skulpturen von Hartmut Gossel, immer wieder etwas Neues zu entdecken.
„Augenblicke geschenkter Innerlichkeit“ bescherte uns Rosvita Spodeck-Walter. Sie hat es gemeinsam mit Flötistin Sabine Cwieczek geschafft, eine nahezu perfekte Verbindung zwischen den Werken des Künstlerehepaares und der eigenen Poesie und Musik zu schaffen. Das ist der zarte Seidenschal der Nebelfrau, der in der Morgendämmerung fast durch den Raum gleitet, auf den sanften Tönen der Querflöte scheint er durch den Trausaal zu schweben. Und auch die Skulpturen, die Bilder beschreibt Spodeck-Walter als „Augenblicke gerahmter Innerlichkeit“. Aktuell wie nie sind die Texte zu den „Globalen Spielern“ : Banken, der Wirtschaft.
Den morgendlichen Ausflug ins Reich der Poesie begannen beide Künstlerinnen mit der „Blauen Mitteilung“. Fein abgestimmt sind Töne und Worte, und das spürt man. Ein Hauch von Magie lag in der Luft, und diesen besonderen Moment verdanken wir dem „Kultur im Rathaus“ -Team.
Man darf sich schon jetzt auf die nächsten zehn Jahre freuen.

Obi