Öffentliche Bezirksbeiratssitzung mit Marathoncharakter  
   
 
 
 
  Das ist die Storchenstraße 1- 5, hier soll also der Neubau des Wespin-Stiftes entstehen
Foto Jakobi
 
 
         
 
 

Drei Stunden wurde bezeichnenderweise in der Schulturnhalle der Wallstadtschule, informiert, diskutiert, verständnislos mit dem Kopf geschüttelt und auch schon über den einen oder anderen „städtischen“ Gag gelacht.

Klar aber war das Votum des Abends, das die Mitglieder des Bezirksbeirates nicht nur Bürgermeisterin Gabriele Warminski-Leitheußer, sondern auch den Eltern mit auf den Nachhauseweg geben. „Nein“ – mit uns nicht – denn überfahren lassen wollte man sich nicht.

Um was es ging, im Grunde eigentlich ja schon auch um etwas Positives, plant doch das Wespin-Stift in Wallstadt in der Storchenstraße 1-5, einen Neubau. Unterkommen sollen da 2,5 Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen. Klasse, denkt man, doch dafür soll das bisher bestens eingeführte, mit engagierten Erzieherinnen ausgestattet städtische Kinderhaus einer anderen Bestimmung entgegensehen. In Zukunft sollen dort, nach einem Umbau 111 Hort-Kinder untergebracht werden.

Auch die Stadträte, die dann mittwochs im Jugendhilfe-Ausschuss darüber befinden mussten, waren schon etwas irritiert. Denn es klang eigentlich so, als wäre alles schon beschlossene Sache und man würde hier an diesem Ort die Eltern eigentlich nur noch informieren. Die Irritation auf städtischer Seite wurde dann im Laufe des Abends immer größer, denn mit Widerstand hatte hier niemand so recht gerechnet.

Die Frage von CDU BBR- Rüdiger Löb, ob es denn schon eine Bebauungsplanänderung für die Storchenstraße 1-5 gebe, wurde mit Überraschung angehört. Denn, so Birgit Maaßen-Rux (Wespin-Stift) sei ihnen von städtischer Seite signalisiert worden, dass hier alles im Rahmen des bestehenden Bebauungsplan zulässig sei. Dass diese Antwort für Heiterkeit sorgte, war fast klar. Auch beim Jugendtreff hatte man sich auf die städtische Aussage mit dem Bebauungsplan und dass alles in Ordnung sei, verlassen. Das Ergebnis ist ja hinlänglich bekannt.

Und da man gerade im Wallstadter Ortskern ein größeres Problem mit Parkplätzen habe, gab auch Dr. Claudia Schöning- Kalender (Sprecherin SPD BBR) zu bedenken, dass hier 40 Parkplätze in der Storchenstraßen wegfallen würden „Was die ganze Sache auch nicht entspannt“. Die anwesenden Stadträte, Gabriele Thirion-Brenneisen, Raimund Fojkar, Nikolas Löbel, Peter Pfanz-Sponagel und Roland Weiß. Die Stadt hat keine großen finanziellen Mittel, und so ist ein eigentlich geplanter Schulanbau für 1,45 Millionen Euro nicht finanzierbar.

Obwohl das eigentlich, im Sinne und zum Wohl der Kinder die wohl bessere Lösung wäre. Stadtrat Roland Weiß plädierte für diese „langfristig wohl sinnvollere Lösung“. Doch in wie weit sind sinnvollere Lösungen überhaupt gefragt, das kann zur Zeit wohl noch niemand beantworten, klar ist, dass man mit der Holzhammermethode hier keinen Blumentopf gewinnen kann. Wie gesagt, die Idee dass sich das Wespin-Stift hier einbringen will, ist an sich eine gute Sache, das streitet ja auch niemand ab, doch die Umsetzung stößt in Wallstadt schon auf gehörigen Widerstand.

obi