Lasst uns unser Kinderhaus  
  Eltern und Kinder demonstrieren für den Erhalt des Kinderhauses  
 
 
 
   
  Auf Einladung von Stadtrat Nikolas Löbel trafen sich betroffene Eltern vor dem Kinderhaus Wallstadt
Foto Jakobi
 
 
         
 
 

Eigentlich wollte man sich im städtischen Kinderhaus in der Wertheimer Straße treffen. Doch da erhob Mannheims Oberbürgermeister Einspruch. Auf Nachfrage im Dezernat gab es dann die Auskunft, dass es keine öffentlichen Veranstaltungen in städtischen Einrichtungen gäbe. Besuche der Stadträte oder der Gemeinderatsfraktion sind kein Thema „Sonst könnten die Mitglieder des Gemeinderats ihrer Arbeit nicht nachkommen“ erklärte Siegfried Raatz uns am Telefon, aber das sei den Gemeinderäten ja allgemein bekannt.

Das ändert aber nichts an der Grundsituation, und Stadtrat Nikolas Löbel, jugendpolitischer Sprecher der Gemeinderatsfraktion, konnte sich über eine große Anzahl Eltern freuen, gekommen waren auch Vertreterinnen des Elternbeirates Sabine Krömker und Lucie Gehrlein. Vertreter des Bezirksbeirates, Bernd Konetschny, Rüdiger Löb (beide CDU), Heike Klippel (Grüne) und Thorsten Schurse (SPD), haben da eine gemeinsame Meinung, und schon bei der öffentlichen Bezirksbeiratssitzung gab es massive Proteste gegen die von der zuständigen Bürgermeisterin Frau Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) eingebrachte Beschlußvorlage Nr. 268/2010.

Ihr Konzept zur Kinderbetreuung in Wallstadt fiel dann auch bei der Abstimmung im Jugendhilfeausschuss durch. Nach dem Willen der Bürgermeisterin soll das Kinderhaus in der Wertheimer Straße geschlossen werden, um dort Hortkinder und Kinder der verlässlichen Grundschule unterzubringen. Die dort vorhandenen 10 Krippenplätze sollen zur katholischen Kirche in die Römerstraße gehen, sowie die bisher im Kinderhaus untergebrachten Kindergartenplätze in einen förderfähigen Neubau der Wespinstiftung in die Storchenstraße verlagert werden.

In diesem Neubau der Stiftung sollen 16 neue Krippenplätze entstehen. Bisher war im Kinderhaus Platz für 60 Kindergarten-, 20 Hort-, und 10 Krippenplätze. Und die Eltern waren hier mit dem Angebot rundum zufrieden. Doch das soll nach dem Willen der Bürgermeisterin nun vorbei sein, denn untergebracht werden sollen hier 111 Hortkinder von der verlässlichen Grundschule. Doch wie lange würden die Kinder hier bleiben. Fakt ist, dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit ist, und die Wallstadt Grundschule wird in eine Ganztagesschule umgewandelt und dann! Dann müsste es doch einen Anbau an die Schule geben, die Hortkinder kämen zurück und das Kinderhaus würde wieder umgebaut werden, doch was käme dann rein.

Die Eltern fühlen sich in dieser Situation alleine gelassen und nicht ernst genommen, denn man entscheidet über ihre Köpfe hinweg. Stadtrat Nikolas Löb verspricht da Unterstützung, denn der Gemeinderat der Stadt Mannheim ist auch nicht begeistert von Plänen der Dezernentin „Ein solches Konzept muss mit den betroffenen Eltern, den Bezirksbeiräten sowie dem Gemeinderat abgestimmt werden“ fordert Löbel, für den auch wichtig ist „die Kosten müssen in einem gesunden Verhältnis zum Nutzen stehen“. Und Löbel weiter „Wir wollen über einen Anbau an der Schule nachdenken, der zunächst einmal die Hortkinder beherbergen und später dann zum Betrieb einer Ganztagesschule umgewidmet werden kann“.

Im September (15. und 21.09.) trifft sich im Stadthaus die Kommission „Betreuungsangebot Wallstadt“, vielleicht nimmt man die Eltern mit an Bord und beginnt einen sinnvollen Dialog mit den Betroffenen.

obi