Fragen an Daniel Caspary, Europaabgeordneter (CDU)  
 
 
 

1.) Warum wollten Sie ausgerechnet Abgeordneter/r des Europäischen Parlaments werden?
Das friedliche und nachbarschaftliche Zusammenleben in Europa ist heute kein Traum mehr, sondern Realität. An diesem Projekt mitzuarbeiten und zu versuchen, es so zu gestalten, dass es den Menschen in Europa und der Welt am besten dienen kann, ist eine spannende Herausforderung.

2.) Die Europawahl liegt jetzt einige Monate zurück. Welche Hürden mussten Sie im Brüssler Leben überwinden?
Die Bürokratie ist auch für uns die größte Hürde im Leben: von der Zugangskarte über die Mitarbeiter bis zur Telefonnummer im Büro: von der Wiege bis zur Bahre: Formulare, Formulare!

3.) Wie gehen Sie mit dem Pendeln zwischen Brüssel - Strassburg - Rhein-Neckar-Region um?
Bei den ersten Reisen habe ich mir noch überlegt, wie man die vier oder fünf Stunden am besten totschlägt. Inzwischen steige ich in den Zug ein, lese Dokumente, Gesetzesentwürfe, Änderungsanträge oder andere Veröffentlichungen und schon bin ich in Brüssel - mittlerweile liebe ich die Ruhe im Zug.

4.) Der normale Bürger hat manchmal den Eindruck, in Brüssel steht der Krümmungsgrad einer Gurke mehr im Mittelpunkt, als die "wirklichen" Probleme des Bürgers. Was sagen Sie dem Bürger dazu?
Es ist leider menschlich und normal, dass über all das Gute kaum berichtet wird und wir es im täglichen Leben nicht wahrnehmen. Dagegen bekommen die oft berechtigten Kritikpunkte breiten Raum in der öffentlichen Diskussion. Stellen wir uns doch unser Leben mal vor, wenn es Europa nicht gäbe. Wäre das besser? Früher gab es Kriege, Grenzkontrollen, keine gemeinsame Währung, beim Telefonieren im Ausland wurden wir abgezockt.

5.) Was macht Europa für die Rhein-Neckar-Region?
Von Wirtschaftsförderung bis zur Wissenschaftsförderung, von den guten Auswirkungen des Binnenmarkts auf unsere Unternehmen, von Reisemöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürgern, dem kulturellen Austausch beispielsweise bei Städtepartnerschaften - all das verdanken wir Europa.

6.) Brüssel ist die Hauptstadt der Lobbyisten. Sie sind ein Vertreter der Rhein-Neckar-Region. Was wollen Sie für die Region erreichen?
Die Rhein-Neckar-Region liegt im Herzen Europas und profitiert schon heute in vielen Bereichen sehr von der europäischen Integration. Daher arbeite ich auch eng mit den Interessenvertretern aus der Region in Brüssel zusammen, um diese starke Position zu erhalten und nach Möglichkeit auszubauen.