„So singe un so redde mir in der Kurpfalz un in Feilene“  
  Unterhaltsamer Mundartabend beim GV Teutonia e.V. 1862  
 
 
 
  „So singe un so redde mir in der Kurpfalz un in Feilene“
Foto zg
 
 
         
 
 
Eine voll besetzter Saal und beste Unterhaltung, dies kann als Fazit des Mundartabends beim GV Teutonia 1862 e. V. gezogen werden.
Unter dem Motto „ So singe un so redde mir in der Kurpfalz un in Feilene“ veranstaltete der Männergesangverein am 21. November 2009 in der Kulturhalle Mannheim-Feudenheim einen Abend, bei dem alles außer Hochdeutsch geredet wurde, mit Gästen, die sich der Kurpfälzer Mundart verschrieben haben.
Begeistern konnte man vorab schon mit dem gelungenen Bühnenbild, dass original getreu den Feudenheimer Rathausplatz darstellte, der mit freundlicher Unterstützung eines Mitarbeiters des Mannheimer Nationaltheaters gestaltet wurde.
Den Grußworten des 1. Vorsitzenden Dieter Kern folgte Prof. Hans-Peter Schwöbel, ein Kurpfälzer wie aus dem Bilderbuch, der mit Beginn seines Vortrages schon klar machte, dass der „ Dialekt weder ein Sprachfehler noch eine Bildungslücke“ ist.

Er erklärte Schlunz und Bluns, Schnut und Backe, Huddel und Nuddel, „Worscht“ und „Dorscht“ leiteten Anekdoten vom „Derkemer Worschtmarkt“ ein. Das man den männlichen Adamsapfel hierzulande „Schobbezähler“ nennt, war nicht jedem bekannt, doch Schwöbel füllte auch diese Bildungslücke. Der Kabarettist stellte auch verzwickte Fragen, was dem anwesenden Publikum jedoch keine große Probleme bereitete, da ja die Feudenheimer eben des Kurpfälzischen mächtig sind, richtige Antworten wurden mit Sahnebonbons belohnt. Mit seiner Hymne an die Mudder-sprooch, dem „Kurpfalz Blues“, und viel Applaus verabschiedete sich der Träger des Bloomaulordens vom begeisterten Publikum.

Im feinsten „Feilener“ Dialekt und originalgetreuen Kostümen moderierten nun zwei Feudenheimer „Kultfiguren“ die musikalischen Beiträge des Chores zum heutigen Abend.

Viele Jahre prägte die Teutonia Fasnacht die närrische Zeit, so entstanden die Figur Bas Kathrine und Vetter Schorsch, die das „Feilemer Quetschegräwl“ besangen und damit Lach- und Beifallstürme auslösten. Auch an diesem Abend, schon beim Betreten der Bühne, lösten sie Lachstürme aus, die kaum enden wollten. Es gelang ihnen dann doch das erste Lied des Chores anzukünden.
Mit dem Lied „In die blühende Welt“ eröffneten die Teutonen ihre musikalischen Beiträge zum Thema dieses Abends. Unter der Leitung von Musikdirektor FDB Thomas Wind und Albrecht Wunderle am Flügel und unterstützt von den beiden Solisten aus den Reihen der Teutonen wurden die Stücke „Weinress“, „Pfälzer Musikante“ und der „Pfälzer Weinknorz“ vorgetragen.
Zwischen den Liedvorträgen verstanden es die Moderatoren immer wieder die Stücke mit lustigen Kommentaren zu erläutern bzw. anzukünden. Die Solisten Fritz Gauch und Willi Reffert konnten nun ihr Können demonstrieren, das Lied vom sagenumwobenen Zwerg Perkeo, dessen Name sich aus seinem ausgeprägten Weinkonsum ableitete, wurde angestimmt.
Abgerundet wurde das Programm des Chores mit dem „Jäger aus Kurpfalz“ und dem Eröffnungschor aus der Oper „Ernani“. Mit viel Beifall wurden die Teutonen und die Moderatoren nun von der Bühne verabschiedet und ein weiterer Hochkaräter des hiesigen Dialektes konnte die Bühne betreten.

Auch die „Blues Gosch“ alias Dieter Reinberger hat sich der Pfälzer Mundart verschrieben, seine Lieder erzählen von allerlei Widrigkeiten die das Leben so zu bieten hat und auch von der Liebe und ihren Auswirkungen, nicht immer sind die Lieder so ganz „oschdennisch“. Musik von Hand gemacht und Texte zweideutig gründlich überlegt.
Jürgen Schulz lieferte hierzu eine außergewöhnlich komplexe und absolut überzeugende Gitarrenbegleitung ab. Ob „Schnooge-Blues“ oder „Klobabier“ oder die „Grußnummer“, die „Heimkehr mit Folgen“, der „Schnarcher-Boogie , der „Hoiner“ und Geschichten, wie der Ausflug zum Baggersee oder „Uff de Lääder“ - Reinbergers Texte waren immer witzig und pointiert. Dies ist nur ein kleiner Auszug von dem was der Mundartkünstler dem begeisterten Publikum an diesem Abend darbot. Mit viel Applaus wurde auch er von der Bühne verabschiedet. Zum Abschluss dieser gelungenen Veranstaltung spielte Gerhard Leibensperger, ein treues förderndes Mitglied der Teutonia, am K-Board zur Tanzmusik auf.

Jürgen Weber
(Schriftführer)