Wallstadter Landfrauen feierten „runden“ Geburtstag  
   
 
 
 
  Die Ehrevorsitzende der Wallstadter Landfrauen, Marianne Bossert, erinnerte auch an erfolgreiche Veranstaltungen
Foto Jakobi
 
 
         
 
 

Seit 60 Jahren bereichern sie das Vereinsleben in Wallstadt, angefangen hat man mit nur wenigen Frauen, inzwischen ist die Mitgliederzahl deutlich angewachsen. Man hat sich enorm weiterentwickelt. Für die Ehrenvorsitzende Marianne Bossert war es die Gelegenheit, einmal einen Blick zurück zu werfen, denn gerade im ländlichen Gebiet, und dazu gehörte Wallstadt vor 60 Jahren noch, mußten die Frauen auch in der Landwirtschaft vieles leisten. Darum sind 60 Jahre Landfrauen ein Grund zu feiern.

Bei der Rückschau auf die Entwicklung der Landfrauenarbeit erinnert sich Marianne Bossert gerne an den „Gemeinschaftssinn“. Um die Jahrhundertwende hatte Elisabeth Böhm aus Ostpreußen den ersten Landfrauenverein gegründet. Ihre Absicht war es, den Gutsfrauen Gelegenheit zu geben, ihrer Isolation zu entfliehen. Schmerzlich war es daher auch als im dritten Reich die Verbände aufgelöst wurden. Bereits 1946 fanden die ersten Vereinswiedergründungen in Deutschland statt. „Wenn ich heute zurückdenke an den Anfang meiner Zeit als 1. Vorsitzende unseres Vereins, ist auch das ein langer Weg gewesen“ Marianne Bossert erinnerte an die ersten Treffen im Gasthaus „Zum Pflug“. Von der Gründungszeit 1948 gibt es leider keine Unterlagen mehr. Nur eins ist bekannt, dass die Wallstadter Bäuerinnen schon immer recht fortschrittlich waren. Belegt sei, dass sich 1950 14 Bäuerinnen zu gemeinsamen Gesprächen im Pflug trafen.

Erste Vorsitzende war damals Kätchen Dünkel. Noch in den 50er Jahren waren Schweineaufzucht, Küken Großziehen, die richtige Fütterung meist Sache der Bäuerinnen. Damals wurden Vorträge zu diesen Themen von der Landwirtschaftsschule Ladenburg angeboten. Mit 25 Jahren übernahm Marianne Bossert den Vereinsvorsitz und wurde als junge engagierte Frau auch in den Kreisvorstand gewählt. Seit dieser Zeit sind Jahrzehnte vergangen, längst sind hier bei den Landfrauen Frauen engagiert die im weitesten Sinne etwas mit der Landwirtschaft zu tun haben, oder auch Frauen, die sich hier in dieser Gesellschaft wohl fühlen.

Die Landfrauenverbände sind offen für alle Frauen, konfessionell ungebunden und parteipolitisch neutral. Weiterbildung gehört immer mit dazu, Vorträge gab es zu vielen interessanten Themen. Man ging auf Ausflüge, traf sich zu Theaterbesuchen, interessierte sich für Einkaufsberatung, Politik, Gesundheit und machte 1982 die erste Flugreise nach London. Die Landfrauen sind überall gern gesehene Gäste, Ob nun auf dem Mannheimer Maimarkt, dem Handwerker- und Bauernmarkt, dem Wallstadter Weihnachtsmarkt, bei Gemeindefesten und, und, und. Im Jahr 2004 hat Marianne Bossert den Vereinsvorsitz an Sonja Leyghdt abgegeben. Man ist eine Gemeinschaft, die zusammen gewachsen ist, oft sind hier Frauen schon in der zweiten und auch dritten Generation zusammen. Man unternimmt viel, besucht Veranstaltungen der Landfrauen in Feudenheim und Käfertal, und alle drei Jahre ist man Gastgeber der Weihnachtsfeier. Und nun haben sich auch einige Männer emanzipiert und sind zu den Landfrauen gestoßen. Als äußeres Zeichen durften sie nun ein T-Shirt entgegennehmen auf dem ganz klar zu lesen ist „Landmann“.

Es war ein besonderer Abend, mit Stadtrat Wolfgang Raufelder - er hatte die Stadtvertretung - lobte den kulturellen Beitrag und überreichte gemeinsam mit Stadtrat Nikolas Löbel ein Geschenk der Oberbürgermeisters. Viele gratulierten dann auch noch mit einem kurzen Grußwort, darunter Carmen Knauer (Landfrauenverband Mannheim) Ursula Bimmler, (Landfrauen Feudenheim), Hilde Annamaier (Landfrauen Käfertal) und auch ein „Landmann“ Peter Kurzidem (Liederkranz) gratulierte herzlich. Zu einem richtigen Landfrauenabend gehört aber auch Musik, an diesem Abend kam sie von Thomas Adelberger, der von Gustav Lange begleitet wurde. Es gehört aber auch etwas Magie und Zauberrei dazu, dafür war Stathi Frangopoulos zuständig.

Interessant war auch der optische Rückblick mit einer Foto-Schau, hier erinnerte man sich gemeinsam an die Ausflüge, Feste, Auftritte und andere Aktivitäten. Ein gelungener Abend der durch ein Büffett, angereichert mit vielen selbstgemachten Salaten, nach Landfrauenart ein großer Erfolg war.

obi