„Yes we can“ - Mannheim Event begeisterte 17.000 Zuschauer  
  'autosymphonic' bot ein atemberaubendes Meer aus Lichtern und Klängen  
 
 
 
  Viele war gekommen um dabei zu sein
Foto Jakobi
 
 
         
 
 

Begeisterung pur, es gab eigentlich niemanden, der sich diesem Feuerwerk der Superlative entziehen konnte: Die Welturaufführung der 'autosymphonic' am Samstagabend in Mannheim begeisterte 17.000 Besucher mit einem atemberaubenden Meer aus Lichtern, Bildern und Klängen. Zu verdanken hatten wir dieses einmalige Spektakel nicht zu letzt Rosengarten-Geschäftsführer Michel Maugé, dem Komponisten Marios Joannou Elia und dem Multimedialkünstler Host Hamann. Die multimediale Autosinfonie inszenierte die Entstehungsgeschichte des Automobils und gab einen Ausblick in dessen Zukunft. 800 verschiedene Autoklänge insgesamt hat der Komponist Marios Joannou Elia in sein Werk eingebunden. Diese wurden in Korrespondenz zu den sinfonischen Instrumenten, darunter auch so außergewöhnliche wie Windmaschinen, Waterdrum, Marimbas, Ölfässer und gestimmte Stein- und Metallplatten gesetzt, sodass ein dynamisches Wechselspiel entstand. Die Musik ist analog zum Viertaktmotor im 4/4-Takt komponiert.

Wie gigantisch die Veranstaltung werden würde, konnten sich die Mannheimer nur schwer vorstellen. Erst als die Aufbauarbeiten begonnen hatten, erahnten viele die gewaltige Dimension des Open-Air-Events 'autosymphonic'. Am Samstagabend hatte sich die gesamte Friedrichsplatzanlage in eine Konzertarena mit einer Fläche von 65.000 Quadratmetern verwandelt. Auf der Bühne mit einer Höhe von 8,50 Metern eröffnete die Popband 'Söhne Mannheims' mit einem einstündigen Konzert den Abend. Sänger der Band gestalteten zudem die Brücke zwischen dem dritten und vierten Akt, scheinbar schwebend auf dem Wasser der Brunnenanlage stehend, mit einem eigens komponierten Song 'Der Traum' ¬ eine Hymne auf die Mobilität.

Eine Sinfonie mit 800 Autoklängen Anschließend führte die eigens für diesen Abend komponierte 'autosymphonic' die Besucher in eine Welt virtuoser Klänge, gespielt vom SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, dem SWR Vokalensemble Stuttgart sowie dem Kinderchor der Staatsoper Stuttgart. Darin eingebettet die Klänge des 80 Fahrzeuge starken Autoorchesters, das rund um den Friedrichsplatz, sogar auf eigens überbauten Pergolen, aufgebaut war: darunter Raritäten und Besonderheiten der Automobilgeschichte, etwa der Patent-Motorwagen Nummer 1 von 1886, ein Dion Bouton von 1908, ein Maserati Gran Turismo von 2009, ein Ferrari 599 GTB Fiorano von 2007 sowie ein 30 Lanz-Bulldog 'Ackerluft'. Die auf zehn Spielflächen verteilten Fahrzeuge bespielten 100 junge Percussionisten, indem sie Autotüren im Takt öffneten und schlossen, Scheibenwischer betätigten oder auch mit Schlagzeugstöcken die Felgen zum Klingen brachten.

Ein Rausch aus Licht, Lasern und Bildern Ebenso überwältigend wie die Musik war die Multimediainszenierung Horst Hamanns. Die Licht- und Laserprojektionen illustrierten zum einen die von der Musik erzählte Geschichte des Automobils. Zum anderen boten tanzende Lichter an den Häuserfassaden, ein illuminierter Wasserturm und ausdrucksstarke Bilder auf den insgesamt 600 Quadratmeter Fläche umfassenden LED-Leinwänden atemberaubende Ansichten der Jugendstilanlage. Selbst die Wasserspiele des Fontänebeckens waren in die Inszenierung miteingebunden: Aus rotem Licht und künstlichem Nebel entstand der Eindruck eines brodelnden Vulkans. Über den ganzen Platz spannte sich eine Art Netz aus grünem Laserlicht. Glanzvoller Höhepunkt: Zu den anschwellenden Motorenklängen wurden die Konturen und Fenster des Wasserturms mit Farblasern nachgezogen und zuletzt als gesamte Projektionsfläche mit Bildern überzogen.

Der unglaubliche Moment, als sich der Wasserturm in einen Verbrennungsmotor verwandelte, den wird man so schnell nicht vergessen. Es war einfach ein grandioses Schauspiel, und wir waren dabei.

Zg/obi